Samstag, 19. April 2014

Alesund - Bergen

Am nächsten Morgen wurde das Auto mal wieder fertig gemacht (mittlerweile ging das sogar richtig schnell) und wir starteten den Weg zur nächsten Stadt: Bergen.

Womit fängt die Reise an? Natürlich (mal wieder) eine Fähre...


In Norwegen findet man nur sauberes Wasser

Mittagspause

Tunnel und Baustelle...nichts neues mehr für uns ;)

8% Steigung


Routenplanung

Nicht mehr lange....


Auf unserem Weg wollten wir noch einen Zwischenstopp an einem berühmten Wasserfall einlegen.
Man muss wohl nicht erwähnen, dass sowohl die Straßen (Serpentinen, 10% Steigung) und die Tunnel (auch mal gerne mit ausgefallenem Licht) Norwegen wieder alle Ehre machten. Dumm nur, wenn man sich dauernd fragt, wieso das Autolicht nicht wirklich funktioniert, weil es trotz allem immer so dunkel im Tunnel ist und man dann merkt, dass man die Sonnenbrille noch aufhat....

Natürlich begrüßte uns auf dem Weg zum Wasserfall wieder das gewohnt unbeliebte Schild "Stengt" (geschlossen) aber mittlerweile ignorierten wir dieses und fuhren auf gut Glück weiter. Es stand schließlich nicht genau wo und evtl. hatte man ja Glück und die Straßensperre (im April wegen Wintersaison!!!! Es wurde schon gerätselt, ob in Norwegen auch Brücken im Winter abmontiert werden....) käme erst hinter dem Wasserfall. Dem war auch so und ich betete, dass vor der Sperre noch eine Tankstelle kam. Wir hatten seit locker 200 km keine mehr gesehen und ich war mir nicht sicher, ob wir den gleichen Weg nochmal zurück schaffen würden.

Sarah war natürlich total begeistert, doch noch ihren Wasserfall vor die Linse zu bekommen. Leider erwaretet hier uns ausnahmsweise kein strahlend blauer Himmel, was sich auf Fotos natürlich immer besser macht, aber gelohnt hatte sich der Abstecher trotzdem. Von hier aus führten viele kleine Wanderwege durch das Gebiet durch aber nachdem wir auf dem Weg zum Wasserfall schon fast im Schnee versackt wären (zum Glück nur zu Fuß...), haben wir uns diese dann geschenkt, abgesehen davon, dass wir noch genug Kilometer vor uns hatten.

Unser erklärtes Ziel



Start einer der Wanderwege



Na ob das noch gut geht....


Also wieder ab ins Auto und auf zur Tankstelle. Leider verließ uns kurz nach dem Wasserfall unser Glück und wir kamen tatsächlich noch zur Straßensperre. (Vor der Sperre- normale Straße, direkt hinter der Schranke - Schneemassen....als wenn dahinter die Welt aufhört). Also drehten wir wieder um und hofften den Weg bis zur nächsten Stadt noch zu schaffen. An der nächsten Kreuzung wurde uns angezeigt, dass sich diese in ca. 28 km Entfernung befinden sollte....in Deutschland kein Problem. In Norwegen kann das schonmal heißen, dass man noch eine Stunde über Serpentinen durch die Berge oder am Fjord vorbeigurkt. Mittlerweile wurden Sarah und ich immer nervöser und die Tanknadel sank immer weiter. Als wir schon im dunkeldunkelDUNKELroten Bereich der Reserve angelangt waren, kam dann aber endlich ein kleines Dorf in Sicht. MIT Zapfsäule. Wir konnten unser Glück gar nicht fassen. Die Rettung!!! (dachten wir....) Leider wollte diese Zapfsäule keine unserer Karten und wenn dann nur mit PIN. Leider besitzen den weder Sarah, noch ich für die Kreditkarten und die normale EC-Karte tat es natürlich nicht...also was tun? Mittlerweile hielten wir soviele Bons von abgebrochenen Aktionen in der Hand, dass wir damit das ganze Auto hätten tapezieren können... Also auf zum Supermarkt und die Mitarbeiter nach Hilfe fragen. Der junge Mann dort, sagte uns, das nächste Dorf sei ca. eine halbe Stunde Fahrt entfernt und er sei sicher, dass wir das noch schaffen würden mit unserem Tank. (Der Glaube kann ja bekanntlich Berge versetzen, was ziemlich praktisch gewesen wäre, denn über einen Berg ging es zur nächsten Stadt...). Jedenfalls waren wir beide mittlerweile ziemlich fertig mit den Nerven aber was blieb uns anderes übrig? Also Duamen drücken und versuchen zur nächsten Stadt zu kommen....leider waren wir noch keine 5 Minuten wieder in den Bergen, da blinkte die Tankanzeige auf und bevor wir mitten im Nichts ohne Zivilisation noch irgendwo stecken bleiben, entschieden wir uns doch noch mal unsere Karten an der Zapfsäule zu probieren. Was natürlich nicht funktionierte...allerdings befand sich neben der Zapfsäule ein Hotel und so fragten (nein wir bettelten schon fast) den Besitzer an, dass dieser mit seiner Karte tanken möge und wir ihm am nächsten Automaten Bargeld holgen gehen würden. Irgendwie hatten Sarah und ich den Eindruck, dass dieser uns kein Wort glaubt und uns für irgendwelche Trickbetrüger hielt aber nachdem wir ihm Bargeld in die Hand gedrückt hatten, begleitete er uns netterweise doch noch zur Zapfsäule, ohne die Polizei zu rufen, und wir konnten unseren Weg fortsetzen. Wegen der ganzen Geschichte waren wir jetzt natürlich später dran gedacht als gedacht und so sagten wir dem Besitzer unserer nächsten "Couch" Bescheid, dass es wohl etwas später werden würde.

Wir verbringen bald mehr Zeit auf dem Wasser, als an Land ;)


Der Rest der Fahrt verlief auch fast ohne Zwischenfälle....bis wir in Bergen ankamen....und das Haus nicht finden konnten.  Wir hatten in weiser Vorraussicht natrürtlich Unmengen an Screenshots von Googlemaps gemacht aber irgendwie half das auf einmal alles nicht mehr weiter. Kann natürlich auch daran liegen, dass wir beide fast schnarchend im Auto saßen....jedenfalls wollte Stian (der Hausbesitzer), dass wir ihn aus der Stadt mitnehmen, damit wir nicht mehr suchen mussten. Tja...aber wenn sich 2 Mädels in einem Auto auf eine Reise begeben, ist kein Platz mehr für weitere Insassen....Also versuchten wir es erst selbst. Mit dem Ergebnis, dass wir uns irgendwann mitten im Nichts dazu entschieden, wieder zurück in die Stadt zu fahren, um dort in einem Hotel nach dem Weg zu fragen. Der Weg von der Insel in die Stadt dauert auch "nur" ca. eine halbe Stunde. Im Hotel angekommen, konnte natürlich keiner die Adresse bei Maps finden. Da Stian uns aber eine Ersatzadresse genannt hatte, versuchten wir es dann mit dieser. Nach etlichen Versuchen, spuckte der PC auch endlich etwas brauchbares aus, was auch besser war, denn wir lagen mittlerweile halb heulend auf dem Tisch der Rezeption. Also nochmal von vorne....je weiter wir fuhren, desto mehr fiel uns auf, dass wir vorher schon fast bereits am Haus gewesen waren....Irgendwann kamen wir jedenfalls auf einem Berg in der Mitte einer Insel an, auf dem diverse große weiße Häuser standen. Leider hatte uns Stian das Haut als "groß und weiß" beschrieben. So sah hier aber jedes Haus aus ;)
Also ging die Suche weiter. Mittlerweile war es natürlich stockfinster und die Auffahrt, die von knorrigen alten Bäumen gesäumt wurde, machte das alles nicht grade vertrauenserweckender. 
Die Auffahrt endete vor einer riesigen Villa und wir erwarteten schon, dass uns jemand mit einer Schrotflinte vom Hof jagen oder dass uns gleich 2 Rotweiler in Stück reißen würden. Sarah und ich waren uns einig: DAS konnte es nun nicht sein. Also machten wir uns auf, um die Nachbarschaft zu erkundschaften, mit dem Ergebnis, dass irgendwann mitten im Dunkeln ein ziemlich betrunkener Mann vor unserem Auto stand und wir schon dachten unsere letzte Stunde hätte geschlagen...Stian war immernoch in der Stadt also mussten wir wohl oder übel einfach weiter suchen. Wir landeten ziemlich oft in irgendwelchen fremden Vorgärten und waren uns sicher, dass bald irgendwer die Polizei rufen würde. Sarah war die ganze Zeit dafür an der Tür der Villa zu klingeln aber ich weigerte mich. Das war mir alles viel zu strange hier. Vor der Tür saß eine schwarze Katze, die scheinbar auch darauf waretete reingelassen zu werden und in der Hoffnung, dass Menschen, die Katzen halten, keine anderen Menschen umbringen, klingelten wir schließlich doch. Stian hatte uns gesagt, dass uns jemand die Tür aufmachen würde. Ziemlich klug, wenn die Klingel sich nur als Fake raustellt ;)

Als ich schon fast soweit war, mich wieder ins Auto zu setzen und einfach bei IKEA auf dem Parkplatz im Auto zu schlafen, kam dann aber doch noch jemand zur Tür, ein weitrer Couchsurfer, der uns mitteilte, dass wir sehr wohl richtig waren. Ok, jetzt war der richtige Zeitpunkt für "verstehen Sie Spaß". Wieso sollte hier bitte jemand Couchsurfer aufnehmen??? Damit auch jeder direkt wusste, dass wir angekommen waren, schmissen wir zuerst mal einen von Sarahs Tellern vor der Eingangstür auf den Boden, mit dem Ergebnis dass der ganze Eingangsbereich vor der Tüpr mit Scherben übersäht war. Naja man muss eben sein Revier markieren.

Der andere Couchsurfer half uns netterweise auch das Auto auszuladen und uns unser Zimmer zu zeigen. Sarah und ich liefen ihm die halbe Zeit mit offenem Mund und völlig perplex hinterher. Eins war sicher, in diesem Haus verläuft man sich nicht nur einmal. 3 Wohnzimmer, 5 Bäder/Toiletten, riesen Küche, Essraum, Poolzimmer, Kinoraum und unzählige Schlafzimmer in der 2. Etage. (300m²/Etage) Mein Gott wo waren wir hier bitte? Und wo war der Haken an der Sache???

Unsere anfängliche Skepsis änderte allerdings nichts daran, dass wir halb am Verhungern waren (es war mittlerweile 23 Uhr durch) und so versuchten wir uns in dem Fußballfeld von Küche zurecht zu finden. Beim Essen lernten wir dann auch endlich Stian kennen, der grade aus der Stadt vom Feiern kam und uns nicht glauben wollte, dass wir keinen Platz mehr im Auto hatten, Shaun (der andere Couchsurfer) überzeugte ihn dann relativ schnell vom Gegenteil, hatte er ja unser Auto zuvor gesehen ;)
Nach diversen Gin Tonics wusste Stian unseren deutsch Weiswein (der gute Studentenwein ;) ) leider (noch) nicht zu schätzen aber das sollte sich in den nächsten Tagen ändern....

Weiter geht es mit der Zeit in Bergen, die ja eigentlich nur 2 Tage dauern sollte......

Freitag, 18. April 2014

Alesund City und Strand

Wie ihr sicher gemerkt habt, haben wir den Blog während unserer Tour stark vernachlässigt aber wir haben uns unterwegs immer mal wieder Notizen gemacht, um nicht mehr als die Hälfte zu vergessen. Ehrlicherweise muss ich sagen, würde ich hier unsere Reise detailgetreu nacherzählen, müsste man den Blog in "Buch" umtaufen und ich säße noch die nächsten 3 Wochen am Schreibtisch ;)

Aufgehört hatte ich in Alesund...

Am nächsten Tag begrüßte und wieder unser gewohnt gutes Reisewetter und so genossen Sarah und ich dieses auch erstmal bei einem Kaffee auf der Terrasse des Hauses. Nach der ganzen Zeit im Auto war ein bisschen Frischluft und Sonne tanken mal wieder dringend nötig. Kaja (die uns vorher noch nie gesehen hatte) überließ uns direkt ihr ganzes Haus mit dem Kommentar "zieht nur die Tür hinter euch zu, wenn ihr geht". Ok, abschließen muss man in Norwegen wohl nicht. Und dass uns die Familie einfach so im Haus ließ, verdutzte uns auch ziemlich. (Bis ich die Kaffeemaschine fand und im 7. Himmel schwebte, denn der Instantkaffee ist irgendwann auch nicht mehr das gelbe vom Ei....)

Als wir uns dann endlich von unserem sonnigen Plätzchen losreißen konnten, ging es den Weg über die x kleinen Inseln und durch die 2 total bekloppten Tunnel zurück Richtung Innenstadt.

Entspannender Start in den Tag


Wir fanden sogar auf Anhieb einen gar nicht so "ungünstigen" Parkplatz (für norwegische Verhältnisse- jeder in Deutschland wäre weinend vor dem Auto zusammen gebrochen). Stellte sich nur noch die Frage wo das Touristenbüro eigentlich sein sollte.....aber da in Skandinavien ja netterweise jeder fließend englisch spricht, konnten wir uns bis dahin durchfragen.

Der nette Herr versorgte uns mit allerlei nützlichen Infos und ca. 3kg Broschüren und erzähle uns, dass man vom Stadtberg die beste Aussicht hätte. Zum Glück kannte ich da noch nicht den Weg, der dort hochführt, sonst wäre ich wahrscheinlich unten geblieben ;)

Nach einem Besuch im Souvenirladen (wenigstens einen Schlüsselanhänger muss man sich in diesem Land als Andenken leisten können!), suchten wir dann den Weg zum Stadtberg. Bald fanden wir ein Schild auf dem nur Zahlen standen "413 + 51"....(die Stufenzahlen, wie sich später rausstellte) und ab dem es bergauf ging. Gut- 3 mal tief ein - und ausatmen und los gehts....nach ca. 10 Minuten fiel uns beiden auf, dass unsere dicksten Winterjacken bei 15°C in der Sonne viel zu warm waren, um einen Berg zu erklimmen...aber was tun? Jacke aus, hieße soviel wie, man kann die Reise auch direkt abbrechen, weil man spätestens 2 Tage später flachliegen würde. Also einen Schluck Wasser trinken und weiter gehts mit dem Saunagang. Spätestens als uns auf der Hälfte des Weges eine Gruppe betagter Damen entgegenkam (was ja heißen muss, dass eben jene bereits oben waren), packte uns der Ehrgeiz doch noch lebend oben anzukommen. Wobei man sagen muss, dass die netten Renterinnen alle in Blüschen unterwegs waren und keine 5kg schweren Rücksäcke bei sich hatten. Als wir hörten, dass diese aus Deutschland waren, nutzten wir dies auch direkt um uns während einer Verschnaufspause uns mit ihnen zu unterhalten. Die guten Damen kamen vom Hurtigroutenschiff (Sarah wurde leicht grün vor Neid) und hatten grade wohl Landgang. Als wir ihnen von unserer Autotour berichteten, waren sie so begeistert, dass ich schon befürchtete, wir würden die Stadt nicht mehr alleine verlassen können ;)
Oben angekommen, wurde uns jedoch relativ schnell klar, dass sich jede einzelne Stufe gelohnt hatte. Mit fast wolkenlosem Himmel präsentierte sich die Stadt mit ihren vielen kleinen Insel wirklich traumhaft schön zwischen den Bergen. Nach einer ausgiebigen Fotopause und einem Kaffee (winzige Tasse - riiiesiger Preis) traten wir die Rückreise zum Auto an.

Da hatten wir bereits 50 Stück hinter uns ;)




Das Schiff der Ladies

Norwegische Tunnel




Mittlerweile hing uns beiden der Magen echt in den Kniekehlen und daher wurde auf der Hutablage erstmal das Mittagessen aufgetischt. (Wenn man mit dem Auto unterwegs ist, muss man schließlich flexibel sein). Was uns einige böse Blicke einbrachte, blockierten wir doch zum Essen weiterhin den "günstigen" Parkplatz. Aber bezahlt ist bezahlt ;)


Essenszeit! :)


Als nächster Tagespunkt stand nun der Strand, von dem uns der Vater der Familie, bei der wir wohnten, erzählt hatte, auf dem Plan.
Dank der Karte vom Touristenbüro, fanden wir diesen dann auch mal ausnahmsweise vergleichsweise schnell. Und was erwartete uns? Natürlich: Ein Tunnel. Dieser verlief auch nur 153m tief unter dem Meer. Was zur Folge hatte, dass man Druckausgleich betreiben konnte, soviel man wollte; man kam so oder so halb taub auf der anderen Seite wieder heraus...
Der Strand war wirklich super schön, allerdings fragten wir uns wo die geschätzten 10 Millionen Fliegen herkamen. Bis uns auffiel, dass diese alle auf den komischen Knochen am Strand saßen. Diese komischen Knochen stellten sich später dann als Wurzeln der Algen heraus, die hier an Land gespült wurden waren. (Was uns ziemlich erleichterte, wir konnten uns nämlich nicht erklären wo soviele Knochen herkommen sollten....) Jedenfalls war der Strand (umgeben von Bergen und mit einem Leuchtturm, der jeder Postkarte aller Ehre gemacht hätte) perfekt für Naturaufnahmen geeignet. Ich glaube wir haben dort 2 h lang rumgesessen und jeden zweiten Stein fotografiert.
Ein perfekter Ort, um das Reisetagebuch für den Blog weiter zu führen und am Strand auf einem Stein mitten im Meer zu dösen. :)






Blogpflege ;)


Zurück in Alesund bei der Familie hatten wir (mal wieder) Hunger und so schoben wir auch relativ zügig unser Abendessen in den Ofen. Geplante Dauer: 35 Minuten. Als der Gratin jedoch nach 1,5h immernoch nicht die gewünschte Farbe angenommen hatte, fiel uns auf, dass wohl ein der Kids den Backofen auf "Defrost" umgestellt hatte, was zur Folge hatte, dass wir NOCH später essen konnten. (Sarah behauptet steif und fest sie wäre es nicht gewesen...)

Jonas, der Couchsurfer aus der Schweiz, war bereits am Morgen abgereist und so saßen wir mit Kaja und ihrem Mann an diesem Abend nur noch zu viert am Tisch und verbrachten einen netten weiteren Abend mit den beiden. Da aber der Wecker am nächsten Tag wieder realtiv früh gehen sollte (geplante Reisedauer 9-11h), wurde auch bald wieder in die Waagerechte gewechselt.

Weiter geht es mit der Tour nach Bergen, auf der wir feststellten, dass man in Norwegen nie mit halbvollem Tank starten sollte...





Sonntag, 6. April 2014

Kristiansund - Alesund


Annamalai wollte uns ja nicht glauben, dass wir um 7 Uhr aufstehen, um um 8 Uhr loszufahren aber wir überzeugten ihn vom Gegenteil ;)

Wir wollten heute einen neuen Versuch starten doch noch zum Geirangerfjord zu kommen. Als ob wir uns von EINER gesperrten Straße hier von etwas abhalten lassen würden....

Der Tag ging schon ungewöhnlich los. Erst versuchten wir vergeblich zu tanken. Da man beim Tanken nur Kreditkarten mit Pin benutzen konnte, fuhren wir also zur nächsten Tankstelle weiter, denn weder Sarah, noch ich, besitzen einen Pin für unsere Karten.

An der nächsten Tankstelle traf Sarah dann einen deutschen Kassierer aus dem Saarland. Leider verstand sie ihn anfangs nur auf englisch, weil sie so perplex war hier jemanden aus Deutschland zu treffen, dass sie nichts mehr übersetzen konnte ;)

Dem Auto verpassten wir noch eine Kurzwäsche mit der Gießkanne und danach starteten wir den 2. Versuch zum Geirangerfjord zu kommen. Als wir die Norwegentour anfingen zu planen, habe ich versucht nur Strecken zu nehmen, wo man keine Fähre nutzen muss.....auf dem Weg nach Kristiansund mussten wir bereits eine nehmen und da Trollstigen ja netterweise gesperrt ist (trotz Frühling!!!!), blieb uns nichts anderes übrig als einen Umweg mit 2 Fähren zu nehmen.







Netterweise hatten wir wieder suuuuuuuuper viel Glück mit dem Wetter und so brauchten wir wieder die doppelte Zeit, weil jeder Grashalm mit der Linse festgehalten werden musste. An der 2. Fähre angekommen, begrüßte uns (mal wieder) ein rotes Schild, mit der Aufschrift "Stengt", was soviel heißt wie geschlossen.....wir fahren schon fast soweit wieder umzukehren aber glücklicherweise kam ich noch auf die Idee dem LKW-Fahrer unsere Straßenkarte unter die Nase zu halten (2 m² Papier was man versucht in ein 0,5m² großes Fenster zu quetschen, der Fahrer hat mich angeguckt als wenn ich ihm grade vorgeschlagen hätte zwei Meerschweinchen zu adoptieren). Jedenfalls erklärte er uns, dass die gesperrte Strecke nicht die war, die wir nehmen wollten und das wir sehr wohl zum Geirangerfjord kommen konnten.



Glücklicherweise muss man hier nie lange auf Fähren warten, da diese ca. so oft kommen wie in Deutschland normale Linienbusse und mittlerweile hat auch keiner von uns mehr irgendwelche Befürchtungen, ihm könnte schlecht werden o.ä.

Nach der Fähre ging es dann über typisch norwegische Straßen in die Berge. Hätte Sarah dort schon gewusst, dass dieser Teil der angenehmste zu Fahren ist, ich bin mir sicher, sie hätte sich geweigert sich hinters Steuer zu setzen.

Die Straße führt durch ein Plateau runter zum Fjord. Um aber zu genau diesem zu kommen, muss man diverse Haarnadelkurven/Sperpentinen fahren und nach der dritten Kurve meldete sich mein Frühstück auch schon. Netterweise kamen wir grade jetzt an einem Aussichtspunkt an, wo wir eine weitere Fotopause einlegten.

Der Geirangerfjord

anderer Arm
Wer braucht schon den Trollstigen. Serpentinen hatten wir auch

Ich liebe die Panoramafunktion


Nach ca. 10 weiteren Serpentinen, brauchte mein Magen eine weitere Pause.


Die Straße, die meinen Magen sehr "ansprach"....

Also legten wir uns bei ca. 15°C ins Gras ans Ufer des Fjords und genossen das Wetter und die tolle Aussicht auf Geiranger.






Um nicht zuviel Zeit zu verlieren, starteten wir nach einem ca. halbstündigem Sonnenbad den nächsten Berg hoch. Schließlich wollten wir auch eins der berühmten Fotos vom Geirangerfelsen machen.....und da dieses Foto schon zig Leute vor uns gemacht hatten, konnte dieser ja auch nicht so schwer zu finden sein....dachten wir.....frohen Mutes fuhren wir die Straße hoch, mittlerweile fuhr ich wieder. Noch mehr Haarnadelkurven hätte ich heute nicht mehr unbeschadet überstanden.
An der 1. Halstestelle : Fehlanzeige, Ok, weiter die Straße hoch, 2. Haltemöglichkeit: Fehlanzeige, Ok, weiter den Berg hoch, nach ca. 5 Min merkten wir, dass wir defititiv in die falsche Richtung unterwegs waren und plötzlich tauchte vor uns auch (mal wieder...) die Straßensperrung auf, mittlerweile befanden wir uns auch wieder zwischen diversen Bergspitzen und Schnee lag hier auch wieder. Da wir aber ja durch die Fähre gwanrt waren, dass dieser Teil gesperrt war, überraschte und dies nicht wirklich. Jedoch stellten wir uns langsam die Frage wo denn bitte dieser Felsen sein sollte....also die Straße wieder runter...irgendwann sagen wir auch einen Aussichtspunkt, den wir auf dem Hinweg wohl übersehen hatten. Voller neuer Hoffnungen machten wir uns also wieder auf die Suche....vorbei an Schluchten, die 100 Meter in die Tiefe führten (und zu Sarahs Begeisterung an einem Wasserfall endeten!), krakselten wir über Steine und Sträucher nur um irgdndwann dann doch aufzugeben. Sarah hat eh Höhenangst und ich sah mich auch schon innerlich mein Testament aufsetzen....gesichert war nämlich keiner dieser Wege.
Auf dem Rückweg zum Auto passierten wir versehentlich den Garten einen Wohnhauses und Sarah scherzte noch rum von wegen "Haha, jetzt hetzt uns bestimmt gleich ein Hund vom Grundstück"...unnötig zu erwähnen, dass hinter der nächsten Ecke eben jener bereits wirklich auf uns wartete....auch wenn wir den Felsen nicht gefunden haben, wollten wir doch jetzt nun auch bitte wissen, wo er sich denn versteckte und so gingen wir zum Souvenirladen, um die Kassiererin zu fragen. Diese berichtete uns, dass der Weg zu dem Stein ziemlich gefährlich wäre und nichts für schwache Nerven oder Höhenangst...womit wir natürlich die idealen Kandidaten für diese Tour darsteltten. Also entschieden wir, dass Photoshop doch auch ein sehr nettes Programm sein kann. ;)

Der Weg nach Alesund gestaltete sich wieder als ideale Fotoroute und in Alesund angekommen, stellen wir fest, dass wir in Kristiansund vergessen hatten uns bei Googlemaps die Adresse anzeigen zu lassen.


Fjord an der Europastraße


Nächstes Ziel erreicht

Also stellten wir das Auto in der Stadt ab, da die Norweger ab 16 Uhr anfangen die Bürgersteige hoch zu klappen, konnten wir sogar gebührenfrei hier parken. Von hier aus machten wir uns auf die Suche nach einem freien WLAN-Netz. Als wir bereits durch die halbe Stadt gegangen waren, gaben wir es auf und fragten im nächsten Café nach. Der nette Mensch hinter der Bar erklärte uns, dass es selbstverständlich freies WLAN gäbe, unter der Bedingung, dass man natürlich auch etwas verzehrt. Der Kakao und der Kaffee kosten in Norwegen auch NUR ca. 42 NOK (=5€)! Aber immernoch besser als auf der Straße zu schlafen, denn anders hätten wir an diesem Tag nicht mehr rausbekommen wo sich unsere nächste Couch befand.
Man muss aber sagen, dass das Café ein absoluter Traum war und es der beste Kakao war, den ich je getrunken habe. Nichts aus der Maschine und in akribischer Handarbeit innerhalb von 5 Minuten mit Liebe zum Detail vom Barkeeper zubereitet.
Als wir draußen standen und uns zum Auto aufmachen wollten, sah ich Sarah dann auf einmal alle Viere von sich gestreckt (mitten vor dem Fenster vom Kaffee- alle Leute guckten uns) mit der Eleganz eines gerüsselten Tieres hinfallen. Als ich merkte, dass sie sich nicht verletzt hatte brüllte ich die nächsten zehn Minuten nur noch vor Lachen und mir liefen die Tränen. Sarah trug es mit Würde ;D

Da wir nun wussten wo wir ungefähr hinmussten und es langsam dunkel wurde (hier bleibt es mittlerweile bis ca. 20 Uhr hell!!!), gingen wir nach mehr oder weniger erfolgreicher Routenplanung zum Auto und setzten unsere Suche fort. Es ging mal wieder durch 2 Tunnel (mit der gewohnten Steigung und einer davon führte sosehr im Kreis, dass wir schon dachten wir wären versehentlich in ein Parkhaus gefahren) und nachdem wir die 3. oder 4. Insel überquert hatten, kamen wir unserem Ziel auch schon ein Stückchen näher. Wir wussten es lag in der Nähe vom Flughafen. Am Flughafen suchten wir wieder WLAN (erfolgreich!) und nachdem wir ca. 1h um den Flughafen gefahren waren, entdeckten wir schließlich auch endlich eine Straße, die der Route von Googlemaps halbwegs entsprach. Leider war der Maßstab von unserem Screenshot so komisch, dass wir nie einschätzen konnten, wie lange wir in eine Richtung fahren mussten. Mittlerweile war es stockfinster und die Karte schickte uns zuerst einmal Richtung Wald. Gar nicht unheimlich aber als wir bemerkten, dass wir diesen Weg eh nicht fahren konnten (gesperrt.........................!), drehten wir um und kamen auch bald in ein Wohngebiet rein.
Hier trafen wir zum x-ten Mal 2 Mädels, die mit ihrem Hund Gassi gingen. Diese dachten sicherlich sie wären irgendwelchen kranken Stalkern zum Opfer gefallen....

Gegen 23 Uhr kamen wir endlich an!! Unsere Couch (besser gesagt Matratze) befand sich in einem süßen Einfamilienhaus, die Mutter von 3 Kindern erwartete uns bereits mit ihrem Mann zusammen. Ich brauche wohl nicht erwähnen, dass wir fix und fertig waren. Drinnen angekommen, begrüßte uns ein anderer Couchsurfer aus der Schweiz, der grade auf dem Heimweg aus Finnland war.

Nach ein paar Gläsern Wein und netten Gesprächen, ging es dann aber wieder mal Richtung Bett. Was auch besser war, denn sonst wäre sicher jemand noch am Tisch eingeschlafen oder ins Weinglas gefallen...

Am nächsten Tag besichtigten wir dann die Stadt und entspannten am Strand aber dazu mehr im nächsten Eintrag.

Bis dahin =)