Dienstag, 25. März 2014

Roadtrip 1.0

Hallo ihr Lieben,

ich befürchte dieser Eintrag wird etwas länger also schnappt euch einen Kaffee :)

Alles fing damit an, dass Sarah und mich irgendwann das Reisefieber packte. Wenn man schonmal hier ist, muss man doch auch was von der Gegen sehen oder?! Die Frage war nur: Wohin?

Der südliche Teil Schwedens ist für die Rückreise reserviert, im Norden ist jetzt nichts direkt was in einen Tagesausflug reinpassen würde, an die Küste fahren wir diese Woche noch und Trondheim etc. ist zu weit für einen Tagesausflug und hier wurde uns auch schon mehrmals von abgeraten für einen Tag hinzufahren. Da Sarah am liebsten jeden Wasserfall Schwedens erkunden würde (was man nicht mal schaffen würde, wenn man sein ganzes Leben nichts anderes täte -wobei die Schweden wohl auch ziemlich schnell etwas "Wasserfall nennen"), stießen wir dadurch auf Strömsund. Dort in der Nähe liegt der Hällingsafallet, ein beeindruckender Wasserfall in einem Canyon. Dadurch stießen wir dann auch auf die "Wildernessroad", eine Panoramastrecke, die durch die Berge führt und an dieser Straße liegen diverse Sehenwürdigkeiten.
Der Hällingsafallet wurde jedenfalls zu unserem Hauptziel auf dieser Route.....hätten wir da schon gewusst, dass wir eben diesen Wasserfall nie zu Gesicht bekommen würden und dies fast der Grund dafür gewesen wäre, dass wir im absoluten Niemalsland feststeckten......wer weiß....evtl. wären wir diese Reise nie angetreten....(danach wollte jedenfalls keiner mehr von uns einen Wasserfall an diesem Tag besichtigen....) aber dazu kommen wir später ;)

Auf der Route liegt auch ein Moosepark (Elchfarm). Dort rief Alina dann am Sonntag in weiser Vorraussicht an, um uns für den kommenden Tag anzukündigen. Die nette Frau am Telefon teilte uns dann mit, dass der obere Teil dieser Wildernessroad (genau der Teil durch die Berge, der über ein Plateau führt) im Winter gesperrt ist.....gut, also was tun? Zum Glück haben wir diese Info noch rechtzeitig bekommen, sodass wir nun noch umplanen konnten. Dies führte dazu, dass Alina und ich den halben Sonntag über der Schwedenkarte hockten, um eine neue Route auszutüfteln. (In der der Hällingsafallet natürlich nicht fehlen durfte). Also entschienden wir uns letztendlich für eine alternative Route, die als "landschaftlich schöne Straßen" gekennzeichnete Teile enthielt, einen Teil durch Norwegen ging und einen Teil der ursprünglichen Panoramastrecke enthielt.
Danach hieß es dann abends früh ins Bett zu gehen, denn am nächsten Morgen war um 7 Uhr Abfahrt angesagt.

Die Reiseroute:

Der nächste Morgen begrüßte uns mit strahlend blauem Himmer und wir machten uns bei optimalem Reisewetter, ca. 0°C, auf den Weg.
6:30 Uhr vor meiner Tür


Schon beim 1. Kreisverkehr hatten wir uns erfolgreich verfahren aber das tat unserer Reiselust keinen Abbruch. Es war evtl. auch etwas unklug, dass Tobi (das Mensch gewordene Navi Uschi (normalerweise Sarahs Freund)) versuchte das Navi vom Handy und die Karte unter einen Hut zu bringen. Ergebnis am Kreisverkehr: "Ja äääääh....die sagen hier beide etwas anderes, ich hab keine Ahnung". Danach haben wir uns dann nur noch auf die Karte konzentriert und uns auch nicht mehr verfahren ;)

Die Route war ca. 670km lang und schnell wurde uns mal wieder klar, dass man in Schweden nichts mit deutschen Maßstäben messen kann. Wir brauchten für ca. 40-50 km eine Stunde (ohne anzuhalten) und teilweise auch länger.

Das erste Mal hielten wir an einem, auf der Karte eingezeichneten, Aussichtspunkt an. Hier bot uns ein Blick quer über einen verschneiten See mit einem super Weitblick in jegliche Richtungen.




Da gewisse Personen, die ich namentlich nicht nennen möchte (Privatsphäre muss sein!) Blasenbprobleme haben, wurde auch für genügend Pausen gesorgt. Unter anderem an einer Tankstelle (das war eine Luxuspause, normalerweise hält man hier nur in Parkbuchten entlang der Straße im Nichts....wo auch nichts außer Schneee vorhanden ist....also nichts für Blasenprobleme, denn spätestens DANN erkältet man sich die Bläse...) wo wir den für diesen Tag letzten Kaffee kauften. Hätten wir (unter anderem eine Italienerin, die nach 2 h ohne Kaffee ins Koma fällt....) das vorher gewusst, dann hätten wir sicher mehr auf Vorrat mitgenommen. Problem bei der Planung war: Meine Thermoskanne ist eine Kanne, bei der das "Thermo" nach ca. 1h verschwindet und daher lohnte es sich nicht, diese mitzunehmen.

Auf dem weiteren Weg kamen wir noch an diversen Seen (mit anbetungswürdigen Steinen) vorbei.
Hier ein paar Eindrücke:







sind sie nicht anbetungswürdig...? ;)


Die Landstraßen führen auch öfters mal an so etwas vorbei:


Alina hatte mich ausgelacht, weil ich vor dem Stein hingefallen bin. Tja besonders elegant sah ihr Fall dann auch nicht aus ;)




Hier sind selbst die Straßen rot (nicht nur die Häuser)


Die Europastraße ging irgendwann in eine als "landschaftlich schön" gekennzeichnete Straße über. Just in dem Moment, als Tobi Laura (Italienerin) auf englisch erklärte, was dies bedeutete, lief eine Herde wilder Rentiere an der Straße entlang. Was zu einer etwas stärkeren Bremsung und zu etwas verschreckten Rentieren führte (man stelle sich 5 Touris vor, die die Fenster runterkurbeln und alle wie wild schreien- da kann man jedes Rentier verstehen, das dann das Weite sucht....)



Weitere Eindrücke auf der Strecke und meine ersten Versuche Panoramabilder aufzunehmen:









Da das obere Stück der Panormastrecke gesperrt war, haben wir uns eine Abzweigung auf der Route ausgesucht, die leider gefülte 1,5 h durch den Wald, auf einer geschlossenen Schneedecke führte. (Die Straße war geräumt, also durchaus gut befahrbar für schwedische Verhältnisse). Nach ca. 1 h nur Wildniss, ohne Zivilisation , sehnten wir uns dann doch mal wieder nach Menschen, Kaffee, und schneelosen Straßen.
Grade als wir zum zehnten mal dachten, wir kämen gleich an der eingezeichneten Tankstelle vorbei, tat sich auf der rechten Seite der Straße ein Zaun auf.....mitten im Wald....wir fragten uns also grade was dieser Zaun und das auftauchende Schneemobil mitten im Wald zu suchen hatten, als auch schon eine riesige Rentierfarm direkt danach auftauchte. Klar- es folgte wieder das gleiche Schauspiel: 5 Touris drehen völlig durch,, laufen halb schreiend und unter lauten "aaaaaaah's" und "ooooooooh's" auf die armen Tiere zu und schießen ca. 100 Fotos. Ein Rentier der Herde (nennen wir es Detlef) stand in der Mitte des Geheges und konnte sich scheinbar nicht entscheiden, ob es weglaufen oder sich dieser komischen Meute nähern sollte. Jedenfalls stand Detlef die ganze Zeit dort und guckte sich das Schauspiel kauend an. Könnten Rentiere sprechen, wäre wohl sowas wie "immer diese Touristen" dabei rausgekommen....



Darf ich vorstellen: Detlef :)


Danach ging es dann weiter zur heiß ersehnten Tankstelle. An dieser wären wir dann auch fast vorbeigefahren. Ihr könnt sie euch ca. so vorstellen: 2 Tanksäulen (ohne Schalter wo man hätte bezahlen können), ein Tante-Emma-Laden mit einer schwedischen Ureinwohnerin und eine stark frequentierte Toilette. Ansonsten 100 km rechts und links davon nur Bäume und eine einsame Straße. Achja und ein "Systembolaget" - die Lizenz zum Alkoholverkauf.

Unser nächstes Ziel war besagter Wasserfall.....leider war die Straße dorthin nicht geräumt und wir mussten wieder umkehren. Zu Fuß dorthin gehen war leider auch nicht möglich, da es noch 29 km bis dorthin waren. Für Schweden ein Katzensprung aber diese Zeit hatten wir leider nicht und durch kniehohen Schnee? Nein danke!

Aufnahmen bis hierher:










Kurz bevor uns der ungeräumte Weg einen Strich durch die Rechnung machte


Aber davon ließen wir uns natürlich nicht beirren, war doch auf der Karte noch ein anderer Weg dorthin eingezeichnet. Dieser ging von der Stadt "Gäddede" ab. Dort wollten wir zuerst einen Kaffee trinken und eine Pause einlegen. Der Weg dorthin (ein Teil der Wildernessroad) führte uns an riesigen Seen vorbei. Wir nutzten jede Parkbucht aus, um Fotos zu machen (nein- dieses mal nicht, um die Blasenmuskulatur zu trainieren...).








In Gäddede angekommen, machten wir uns dann auf die Suche nach einem Kaffee. Beim ersten Versuch landeten wir in einem Friseursalon. Anschließend fragte ich eine Dame an der Straße, wo sich denn in Gäddede noch ein Café befinden würde. "Entschuldigen Sie..." heißt auf schwedisch  (dachte und hoffte ich) : "ursäkta" [ürschäkta ausgesprochen]. Leider verfiel Alina auf der Rückbank danach in einen Lachanfall, zusammen mit Laura. Irgendwie hatten die beiden wohl "bruschetta verstanden"......alles böse Behauptungen, die Dame hat jedenfalls angehalten ;) Der zweite Versuch endete vor einem geschlossenen Kaffee, der dritte Versuch in einem Supermarkt mit eingebauten Kaffee, das so "hübsch" gestaltet war, dass wir uns entschieden einen an der Tankstelle zu kaufen (man kann sich also ca. vorstellen wie hübsch....), in der Tankstelle gab es nur Instantkaffee, aber die Inhaberin erzählte uns, dass sich am Ende der Straße ein Hotel befand. Dieses hatte natürlich geschlossen. Gut, also nur zum Touristenbüro, um uns über den Wasserfall zu informieren und zu erfragen, ob der Ersatzweg existiert. Das Büro hatte........Überraschung........geschlossen! Also gaben wir auf und machten uns direkt auf den Weg zum Wasserfall....und hier nahm das Unglück seinen Lauf. Wir hätten nach den tausend Zeichen vorher (gesperrte Panoramastrecke, ungeräumter Weg, geschlossenes Touristenbüro, KEIN Kaffee) besser den Wasserfall ausgelassen. Aber NEIN! Dieser war schließlich ein (eigentlich der) Hauptpunkt auf unserer Reise, den es zu besichtigen galt.


Die "Straße", die von der Landstraße dorthin abgbing, gestaltete sich schon als recht abenteuerlich. Ich merkte schon an "Sollte ich mich nochmal über Schnee auf der Straße beklagen, dann schlagt mich bitte".....oh wenn wir gewusst hätten wie sehr wir den Schnee noch hassen würden....Ihr könnt euch die Straßenverhältnisse so vorstellen: Eine Straße durch den Wald, der Boden vor Schlamm und Eis nicht sichtbar, rutschte man mit 30kmh mehr vorwärts als wirklich zu fahren. Gut, dass wir vorher nicht in der Waschanlage waren. Als wir schon dachten, dass wir uns verfahren hätten, zeigte uns ein Schild an, wir müssten nun nach rechts zum Wasserfall abbiegen. Gesagt getan.....2 Meter später stellten wir dann fest, dass die Schneedecke rechts und links so hoch war (es sah geräumt aus aber dort sind bisher nur Schneemobile gefahren, wie wir später feststellten), dass wir kaum noch vorwärts kamen. Als wenn wir uns davon abhielten ließen! Wir entschieden uns für Schneeketten. Tobi und ich hatten diese natürlich noch nie draufgezogen. Zum Glück befand sich eine Montageanleitung auf der Tasche. So schwer kann das ja nicht sein! Eine viertel Stunde später (wir sahen aus wie sau....) hatten wir es auch tatsächlich geschafft. Also wieder ins Auto und weiterfahren, Dumm nur, dass die Straße in einiger Entfernung so anstieg, dass selbst mit Schneeketten keine Hoffnung bestand dort hochzukommen. Und mittlerweile steckten wir auch wieder fest. Alles Anschieben half nichts mehr. In Gedanken versuchte ich dem ADAC schon zu erklären wo wir waren. (2 Tanne links, 3. Busch rechts, weiter gradeaus, wo jemand schreit, da stehen wir ungefähr....), Alina sah uns schon elendig erfrieren.
Mir wurde immer wärmer.....aber was durch Teamarbeit nicht alles zu schaffen ist. Vier schoben an, ich gab Gas. Irgendwann bewegte sich das Auto auch wieder, Problem war: Sobald man die Spur, die wir auf dem Hinweg in den Schnee gegraben hatten, verließ, steckten wir sofort wieder fest. Also schoben irgendwann nur noch drei an und Alina lief schreiend neben dem Auto her, um mir zu sagen wir ich lenken musste, um in der Spur zu bleiben. Das kann man sich in etwa so vorstellen:

Alina läuft durch den wadenhohen Schnee neben dem Auto her und ruft die ganze Zeit "mehr links", "mehr rechts" "weiter zu mir", während ich rückwärts fahre und versuche in der Spur zu bleiben. Auf diesem Weg blieben wir noch ca. 2 mal stecken aber mit vereinter Kraft schafften wir es wieder auf die Straße, auf der wir vorher abgebogen waren. Alina war fix und fertig und meine Nerven lagen auch mehr als blank.
Gut, dachten wir uns, Schneeketten ab und weiter gehts....die eine Schneekette hatte sich netterweise auf dem Rückweg schon selbstständig verabschiedet und die andere.....ging nicht mehr ab!
Nach diversen Malen Vor- und Zurückfahren und Rumwerkeln (wir sahen mittlerweile nicht mehr nur aus wie Sau....war die Straße doch vorher mehr Schlamm als Straße...) war diese dann aber irgendwann auch vom Reifen runter. Die restlichen 4 km bis zum Wasserfall wollte nun auch keiner mehr zu Fuß gehen, wir wollten nur noch ins Auto und irgendwo einen Kaffee trinken und vorallem wollten wir raus aus der Wildnis.

Soviel jedenfalls zum Thema "Schlagt mich, wenn ich mich nochmal über Schnee beschwere".

Da in Gäddede ja scheinbar alle ausgewandert waren, machten wir uns auf den Weg nach Norwegen. Auch hier boten sich uns tolle Eindrücke entlang der Straße. Langsam setzte die Dämmerung ein, was wieder für ein völlig neues Licht auf den Fotos sorgte. Um 18:04 Uhr erreichten wir dann endlich ein Kaffee!!!! Das seit 18 Uhr geschlossen hatte.....!!!











Bald passierten wir auch wieder die schwedische Grenze.










Wieder auf der Landstraße, schrie Alina auf einmal wie ein abgeschlachtetes Sc..... "MOOOSE" "MOOOOOOOSE" "MOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOSE !!!!" (Eeeelch! Eeeeeeeeeeeeeeeeeeeelch! Eeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeelch!)  Gott sei Dank waren wir die Einzigen, die zu der Zeit noch quer durch das Nichts fuhren und so machte die Vollbremsung auch niemandem etwas aus. Der Elch hat sich allerdings dadurch so erschrocken, dass dieser nicht mehr auffindbar war. (Evtl. lag es auch nur am fehlenden Kafee, dass Alina plötzlich Elche sah... ;) ) Aber scheinbar wollte uns jemand für den Wasserfall entschädigen, denn ca. 1 km später, sah auch ich einen Elch und dieses Mal konnten ihn alle bewundern und versuchsweise Bilder machen.



Jedes weitere Kaffee, das wir auf dem Weg noch entdeckten, hatte natürlich nun geschlossen und als wir 22km vor Östersund noch eine Tankstelle fanden, die Kaffee anbot, wollten wir dann auch keinen Kaffee mehr. Mittlerweile war es 8 Uhr durch, wir hatten alle nur noch Hunger und wollten nach Hause. Selbst Tobi entschied sich nun für einen Hotdog anstatt für einen Kaffee......


Ich hätte es nie für möglich gehalten (grade als die Wildernessroad mehr als zur Hälfte ins Wasser fiel), dass diese Tour so einzigartig wird und wir soviele Möglichkeiten für wirklich tolle Bilder kriegen würden. Da kann man mal sehen, was dabei rauskommt, wenn man "einfach nur ins Blaue" reinfährt ;)

Morgen geht es nach Sundsvall an die Küste und auf dem Rückweg besichtigen wir einen toten Wasserfall. Hoffen wir, dass uns dieser mehr Glück bringt :D

Bis dahin =)


PS: 
So sollte und könnte er aussehen....der Hällingsafallet:


Bildrechte: Björn Dussa



Wir haben heute noch alle Bilder zusammen gesammelt und ich werdei die Tage noch welche von Sarah und Alina einstellen. :)








Freitag, 21. März 2014

Schulbesuch in Mörsil

Hejhej, (und ja wir leben noch)

unsere Ecotechdozentin hatte mich vor ein paar Wochen um einen Gefallen gebeten. Es ging darum, dass eine Freundin von ihr (Lehrerin in Mörsil) gerne ein paar Mutterprachler für die Kiddies hätte, um im Sprachunterricht mit ihnen deutsch, französisch und spanisch zu sprechen.
Nach diverser Diskussionen (findet mal mit 5 Leuten einen Termin, der jedem passt.....) hatten wir dann endlich einen Tag gefunden, der jedem passte und so machten wir uns heute morgen um 7 Uhr auf den Weg nach Mörsil.

*Anmerkung*: Es wäre wesentlich leichter gewesen heute morgen aus dem Bett zu kommen, wenn nicht irgendwelche bekloppten Schweden diese Nacht hupend und schreiend über den Camping gefahren wären. Wenn man sich danach noch so ärgert, dass man kurz davor ist ein Loch ins Bett zu brennen, dann ist die Nacht perfekt.....

Jedenfalls befanden sich dann um kurz nach 7 fünf Studenten mit wiiiiiiiiinzig kleinen Augen auf dem Weg zur Schule. Die Wegbeschreibung sah ungefähr so aus "der E14 folgen bis man nach ca. 55 Min eine Tankstelle sieht und da dann abbiegen, danach der 2. oder 3. Weg rechts rein". Die Tankstelle haben wir gefunden, der "2. oder 3. Weg rechts rein" war  nicht mehr so leicht auffindbar aber auch diese Hürde nahmen wir. Leider lag die Schule auf einem Berg und LEIDER nahm ein Auto, dass ich auf dem Weg zur Schule drehte, den Schwung aus den Reifen....was damit endete, dass uns 2 nette Schweden anschieben mussten, da die Reifen nur noch durchdrehten. Oben angekommen wurden wir herzlich in Empfang genommen.

Das Schulsytem in Schweden gestaltet sich etwas anders als unseres in Deutschland. Hier gehen die Kids bis zur 9. Klasse zur Grundschule. Ob man die Stufe wiederholt, entscheiden die Eltern. Selbst wenn die Kinder in jedem Fach durchfallen, kann man wohl trotzdem versetzt werden. Sarahs und meine Deutschklassen bestanden einmal aus 4 Jungs (einer hatte sich Urlaub genommen - ja auch das geht hier- und einer war krank) und die andere Klasse bestand aus ca. 11 Mädchen und Jungs. Die Kinder können zwischen spanisch, deutsch und noch etwas wählen (ist mir grade entfallen) und haben 3 Std/ Woche dann diese Sprache von der 7. Klasse an. Es gibt keinen festen Lehrplan wie bei uns. Hier werden nur die Ziele für das Jahr festgelegt, die in etwa so aussehen wie "muss sich artikulieren können" oder ähnliches. Daskann natürlich dann alles und nichts für den Unterrichtsstoff bedeuten. Die Schulen werden nicht vom Staat, sondern von den Gemeinden finanziert. Allgemein haben Lehrer hier scheinbar ziemlich wenig Rechte und es kommt auch durchaus vor, dass ein Schüler meint er müsse die Füße auf den Tisch tun (ich hätte ihn am liebsten an den Ohren aus dem Klassenraum gezogen.....aber als Gast muss man sich ja benehmen......). Essen gab es dann in der Kantine. Hier wurde auch deutlich, dass Schweden wirklich viele Flüchtllinge aufnimmt. Was einen nicht wundert, wenn man bedenkt wieviele aus der Region weggehen.
Jedenfalls bestand das Gewusel in der Kantine aus allen möglichen Nationalitäten. Es wird aber bei jedem dafür gesorgt, dass er schwedisch lernt. Hierfür werden alle möglichen "Hilfskräfte" angeworben, die den Kids dann in Kleinstgruppen die Sprache beibringen.
Der Job als Lehrer ist hier wohl auch nicht so sicher wie bei uns. Wenn sich zu wenig Schüler anmelden, werden auch schonmal Lehrer gekündigt.
Jedenfalls waren alle so begeistert von der Zusammenarbeit, dass das Projekt fortgeführt werden soll. Im Mai steht evtl. schon der nächste Termin an.

In der Pause haben Sarah und ich dann noch ein paar Fotos geschossen, da wir heute wirklich riesen Glück mit dem Wetter hatten. Auf dem Hinweg lag auf den Straßen noch Schnee und der Rückweg erinnerte schon fast an deutsche Landstraßen.

Fotos von der Schule und vom angrenzenden Wald seht ihr unten :)

Lehrerzimmer

Lehrerzimmer


Lehrerzimmer
links Kantine, Mitte Schulgegäude




E14 (einzige Landstraße Straße, die es in der Gegend gibt;) )

E14





Straße zur Schule

Am Montag fahren wir nach Strömsund. Von da aus werden wir eine Panoramastrecke fahren. Diese Wildernessroad ist ca. 500 km lang und wenn das Wetter mitspielt, können wir euch schonmal eine Menge schöner neuer Fotos versprechen ;)
(Wer sich die Strecke angucken möchte:  http://wildernessroad.eu/EN_map.html)

Bis dahin =)
























Montag, 10. März 2014

Schwedischer Alltag

Hej Hej.... :)

Damit ihr nicht glaubt, wir wären in der Versenkung verschwunden - hier ein kurzer Zwischenbericht.

Diese Woche besuchten wir einen traditionell schwedischen Markt, Sascha war in Are beim Skiweltcup und wurde dabei fast berühmt, ich versuchte mal wieder sportlich aktiv zu sein, Schweden wird immer grüner und zur Zeit bereitet sich alles auf die Schwedischklausur vor aber wie immer fangen wir besser mal vorne an ;)

Die Uni bietet hier diverse Möglichkeiten an, sich körperlich zu ertüchtigen. Sarah und ich hatten also geplant, zusammen mit ihrem Freund Tobi, diese Möglichkeit am Dienstag in Form von "Badminton" spielen auszunutzen. Der Tag war für schwedische Verhältnisse relativ voll mit Vorlesungen gepackt.
Die erste Vorlesung stellte sich als Seminar raus, in der uns Sachen erklärt wurden, die wir bereits kannten, da diese auch online nachlesbar sind. Also fanden wir uns in unseren Gruppen zu einer kurzen Lagebesprechung zusammen und danach kamen wir wieder zur schwedischen Fika (ca. 4h Leerlauf bis zur nächsten Vorlesung - das ist selbst für eine schwedische Kaffeepause sehr ausgedehnt) zusammen. Nach der Schwedischstunde folgte - oh Wunder - die nächste Fika, da wir noch weitere 2 h aufs Badmintin warten mussten. Vollbepackt mit Hummeln im Hintern (zuviel Kaffee kann ziemlichen Bewegungsdrang auslösen...) starteten wir dann endlich zum Badminton.
Um diese 2 h kurz zusammen zu fassen: Sarah und ich waren komplett durchgeschwitzt (Tobi nicht......aber morgen ist ja wieder Dienstag!!! ).Ich habe noch nie soviel in einer Turnhalle lauthals vor mich hingeflucht (kleiner Ratschalg - spielt nicht beim ersten Mal direkt gegen Leute, die seit 10 Jahren spielen, wenn dir die Turnhalle erhobenen Hauptes wieder verlassen wollt....), aber es hat wirklich Spaß gemacht. Zumal die Schweden ja auch keine deutschen Kraftausdrücke verstehen =)
Dieser Spaß endete leider damit, dass ich in der Umkleide feststellte, dass manche Joggingshosen nicht unbedingt reißfest sind aber dieses Thema wollen wir hier nicht näher vertiefen....2 h und eine halbe Flasche Weiswein mit den italienischen Mädels später, war meine Würde wieder soweit hergestellt, dass ich nicht schreiend das Land verlassen habe. Wie sagt man noch: Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten und weiter geht es.....Ich möchte Tschibo im Nachhinein auch für dieses unvergessliche Erlebnis danken.

Der traditionelle, schwedische Markt war jedenfalls einen Ausflug wert. Hier konnte man allerhand altes, schwedisches Handwerk bestaunen: handgemachte Textilien, selbstgemachter Käse oder Wurst und traditionelles schwedisches Essen, von dem wir bis heute nicht genau wissen, was es war.
Ein Highlight war z.B. der Elchdöner ;)

Das rätselhafte schwedische Essen

Schokolade....






Neuheit: Elch-Kebab


Danach machten wir noch einen kurzen Abstecher in den Winterpark (s. vorherigen Post) aber hier schmilzt mittlerweile vieles weg oder ist bereits nicht mehr vorhanden. Das Wetter war an diesem Tag auch richtig fies und daher kehrten wir als erstes, anschließend in ein Café zur Fika ein.



Marta (eine der Italienerinnen) machte uns seit Tagen verrückt, weil  an diesem Tag ab 16 Uhr eine Afterworkveranstaltung im Captain Cook stattfinden sollte. Man durfte dieses Wort schon gar nicht mehr erwähnen, ohne zu lächeln, als wenn man grade den Friedensnobelpreis verliehen bekommen hätte.
Jedenfalls sah die Livemusik dann so aus, dass ein DJ an einem Minipult in einer Ecke saß und 20 Leuten etwas von diesem Pult aus vorspielte (mixte, oder wie auch immer). Marta war entsprechend begeistert.... Also endete der Abend dann im Cuprum, ein anderer Pub mit wirklicher Live-Musik. Man brauchte am Ende auch nur ca. 1h, um sich zu entscheiden wo nun gegessen werden sollte und wer nach Hause geht und wer in der Stadt isst etc.....

Wie ihr alle sicher mitbekommen habt, fand dieses Wochenende hier in Are der Skiweltcup statt. (Falls nicht: Ich habe auch erst von meinem Vater aus Deutschland davon erfahren ;) )
Sascha war jedenfalls mal wieder bestens informiert und ließ sich dieses Event natürlich nicht entgehen.
Man stelle sich also Sascha und Max vor, die während des Cups auf einmal von der Kamera eingefangen werden und auf einer riesigen Leinwand auftauchen. Beide versuchen vergeblich die Kamera ausfindig zu machen und Publikum und Moderator machen sich über die beiden hektisch umhersuchenden Köpfe lustig....
In Are schneite es, im Gegensatz zu Östersund, an diesem Tag ziemlich heftig und da sich hier das Wetter relativ schnell ändern kann, hatten ein Paar Teilnehmer Glück und sie konnten ohne Schneesturm starten aber die meisten hatten jedoch ziemlich mit dem Schneesturm zu kämpfen, was dann auch deutlich an den Platzierungen zu sehen war.

Ansonsten hat uns auch hier der Frühling verfrüht eingeholt. 7,5°C kommt uns mittlerweile ziemlich warm vor. Normal wäre es für diese Zeit, wenn die Temperaturen sich um -10°C bewegen würden. Dies hat zur Folge, dass vereinzelte Erasmusleute bereits in Flipflops vor die Tür gehen ;)

Der Rest der Woche gestaltet sich bis heute eher ruhig, da langsam die Klausurpanik aufkommt und sich immer mehr an den Schreibtisch setzen um Herr über gefühlte 1 Millionen Vokabeln zu werden.
Man antwortet sich z.T. sogar (versuchsweise) bei Whatsapp in schwedisch ;)

Drücken wir also allen die Daumen, dass keiner durchfällt!


Bis dahin =)